Wie funktioniert eigentlich …
… die Conical Screw-Technologie?

Mit seinem Emissions Recovery System (ERS) erzielt HOERBIGER weitere Fortschritte im Klimaschutz. Basierend auf der firmeneigenen Conical Screw-Technologie gewinnt das ERS Erdgas zurück, das aus Kompressordichtungen entweicht, verdichtet es und führt es dem Prozess wieder zu. Wir haben mit Christian Hold, Head of Business Venture Conical Screw, gesprochen und ihn gefragt, welche Funktion die konische Schraube in diesem System hat, wo das ERS zum Einsatz kommt und wie es zum Klimaschutz beiträgt.
Christian, wie funktioniert das Emission Recovery System (ERS)?
Christian Hold — Das ERS fängt Erdgas auf, das bei Kompressoren normalerweise entweicht, und führt es wieder in den Prozess zurück. Methan wird so nicht mehr unkontrolliert in die Atmosphäre abgegeben oder abgefackelt, sondern zurückgewonnen und genutzt. Dadurch sinkt die Menge an schädlichen Emissionen deutlich, weil das Gas im Kreislauf bleibt.
Und welche Funktion hat die konische Schraube dabei?
CH — Sie ist das Herzstück des ERS. Dabei drehen sich zwei konische Rotoren ineinander und verdichten das Gas zwischen sich. Das System kann flexibel mit unterschiedlichen Druckbereichen und Prozessparametern umgehen und das Gas effizient weiterverarbeiten.
Das musst Du uns genauer erklären. Wie gewinnt das ERS entweichendes Erdgas zurück?
CH — Das System erfasst gezielt Gas, das aus Kompressordichtungen austritt. Dieses Gas wird zwischen den konischen Rotoren verdichtet und anschließend in den Prozess zurückgeführt. Weil das System hermetisch dicht ist, entstehen dabei keine zusätzlichen Emissionen.
Und was passiert dann mit dem verdichteten Gas?
CH — Das verdichtete Gas wird ohne Umwege direkt wieder in die Anlage eingespeist. Es entsteht dadurch ein geschlossener Kreislauf und Kunden können so ihre Vorgaben zur Emissionsvermeidung direkt erfüllen.
Faszinierend. Und wie trägt das ERS konkret zum Klimaschutz und zur CO2-Reduktion bei?
CH — Durch die Rückgewinnung von Methan werden Treibhausgasemissionen vermieden. In bisherigen Test-Einsätzen entspricht das einer Einsparung von mehr als 1.850 Tonnen CO₂-Äquivalent. Das ist vergleichbar mit dem jährlichen Stromverbrauch von etwa 1.000 Haushalten. So verbessert das ERS messbar die Klimabilanz von Anlagen.
Das sind beeindruckende Werte. Wer interessiert sich denn für diese Technologie?
CH — Unsere Kunden kommen aus der gesamten Gas-Wertschöpfungskette, zum Beispiel aus der Gas- und Biogasproduktion, dem Transport über Pipelines und aus LNG-Anwendungen. Erste Anlagen wurden bereits in Nordamerika verkauft, es gibt einen ersten Auftrag in Europa und eine steigende Nachfrage in der Asien-Pazifik-Region, etwa in Australien und Neuseeland. Besonders gefragt ist das System bei Unternehmen, die ihre Emissionen reduzieren und sich auf zukünftige Umweltanforderungen vorbereiten wollen.